Es klingelte zweimal an der Tür. „Das wird unser erster Besucher sein“, rief ich Petra zu. „Ja, nur noch dieses eine Telefonat und dann bin ich ganz bei euch. Fangt doch schon mal ohne mich mit dem Aperitif an!“ kam es aus dem Arbeitszimmer zurück. Während Petra in den letzten Stunden über der Arbeit saß, hatte ich die Zeit in der Küche nebenan mit der Zubereitung des »Coq au vin« verbracht, der inzwischen auch seit einiger Zeit zufrieden im Wein schmorte. Ich öffnete Matthias die Tür: „Immer hereinspaziert!“, begrüßte ich ihn überschwänglich. „Wir genießen erstmal einen Aperitif – eine Wohnungsbesichtigung bekommst du aber später noch!“.

Ich führte ihn durch die Küche auf die Dachterrasse, öffnete eine Flasche Crémant und schenkte uns beiden ein. Im Licht des Sonnenuntergangs nahmen wir den ersten Schluck und sein Blick schweifte über den Deich auf den Werdersee: „Näher können wir dem Wasser nicht sein“, sagte Matthias anerkennend, nachdem er einige Momente ganz den Gedanken nachhängte. „Ja“, antwortete ich. „Mitten in Bremen und doch mitten in der Natur. Und diesen Blick auf den Werdersee kann uns keiner verbauen.“ „Obwohl“, fuhr ich fort, „wenn ich ehrlich bin, hatte ich ja zuerst ein Auge auf eine Wohnung im Erdgeschoss geworfen. So mit eigenem Garten und Rosé trinken im Schatten der Parkbäume am Deich. Doch Petra hatte sich sofort in diese Eigentumswohnung im dritten Obergeschoss verguckt…“
„Diese Aussicht weit über den Werdersee, herüber ins Viertel oder zum Dom ist aber auch unbeschreiblich“, warf Petra ein, die durch die Terrassentür vom Arbeitszimmer inzwischen zu uns auf die Terrasse gekommen war. „Morgens haben wir rechts den Sonnenaufgang über der Weser. Mittags relaxen wir bei gutem Wetter auf dem Südbalkon“. „Und abends essen wir dann bei Sonnenuntergang hier auf der Dachterrasse“, ergänzte ich. „Apropos, der »Coq au vin« dürfte nun auch fertig sein. Wenn ich bitten darf?“